Michael Danners Werkbegriff ist ein offenes System, das in einer umfassenden Sicht auf die Welt, auf das universale Ganze, auf den Menschen und seine Sinne eine Art Energiefeld schafft, aus dem heraus geistige Potenziale Form annehmen.

Seine Werke sind als Manifestationen in einem fortschreitenden Kontinuum, als Relikte eines prozessualen Vorgangs, als Materie gewordenes Innehalten auf dem Weg der permanenten Veränderung zu sehen.

Dieser Vorgangsweise ist eine zutiefst erfühlte Nähe zum menschlichen Körper und den Kreisläufen der Natur eigen.

Michael Danner beschäftigt sich mit Räumen, Spannungen, Prozessen. Die Beschäftigung mit ostasiatischer Philosophie und die aktive Ausübung eines asiatischen Kampfsportes (Tae Kwon Do, 3.Dan) hat ihn zu einer konzentrierten und auf das wesentliche reduzierten Darstellung beeinflusst.

Die skulpturalen Arbeiten von Michael Danner definieren den Raum in dem sie sich befinden, sie schaffen aber auch Raum durch ihre unmittelbar fühlbare Körperlichkeit. Es werden fundamentale Eigenschaften des Architektonischen ausgelotet und in sichtbare Spannungsfelder umgedeutet: Gewicht und Volumen, Energie und Trägheit, Lasten und Stützen, Masse und Hohlraum treffen aufeinander und erzeugen ein prekäres Gleichgewicht in den Objekten und Ensembles.

Das Biegsame und das Feste, das Schwebende und das Fallende, das Ausgewogene und das Instabile umschreiben die Eigenschaften der raumgreifenden Skulpturen. Der Betrachter trifft in ihnen auf die Manifestation als Paradox: das ewige Gültige beinhaltet gleichermaßen das permanent Veränderliche.

In der Malerei lässt Michael Danner durch lineare Oberflächenverletzungen in den vibrierenden monochromen Bildflächen Farbe von der Rückseite nach vorne dringen. So wird das Darunter und das Dahinter, das Flächige und das Räumliche an dieser Schnittstelle sichtbar.

In den großformatigen Tuschebildern wird durch die Bewegungsintensität mit großer Konzentration ausgeführter weniger Pinselschwünge die ganze weiße Grundfläche dynamisiert. Leerstellen zwischen aufeinander zulaufenden Bewegungen oder die minimale Berührung von Tusche und zuvor aufgebrachter Wasserfläche wird zum Fokus. An diesen Berührungs- bzw Durchdringungsstellen entstehen nicht mehr steuerbare Reaktionen der Materialien. Zuerst nicht sichtbares wird sichtbar. Das gesteuerte und das Zufällige bilden eine Einheit.

In den Performances lotet Michael Danner Raum-Zeit–Beziehungen durch längere konzentrative Körperspannung und -Bewegungen aus.

Die Installationen Michael Danners setzen die verschiedenen Darstellungsformen und deren Spannungsfelder mit dem umgebenden Raum und dem darin sich befindenden Betrachter in Bezug. So entsteht ein komlexes physisch-geistiges und räumlich- zeitliches Beziehungsgeflecht.